Medizin in der DLRG

Die Medizin ist in der DLRG fest verankert. Fast alle Bereiche aus Ausbildung und Einsatz haben Kontaktstellen mit der Medizin. Angefangen von vermeintlich einfachen Fragestellungen, wie "Tauchen mit Schwimmbrillen" bis hin zu Spezialgebieten, wie der Tauchmedizin, vertikaler Rettung und schonender Rettung wirbelsäulenverletzter Patienten aus dem Wasser.

Ein wichtiger Punkt ist die Ausbildung im medizinischen Bereich. Diese umfasst zahlreiche Lehrgänge von der Ersten-Hilfe bis zum Sanitätskurs und rettungsdienstlicher Weiterbildung. Dabei sind viele DLRG-Gliederungen bei der Berufsgenossenschaft und Führerscheinstelle ermächtigt. Mit der Suchfunktion  finden Sie die nächste DLRG-Gliederung.

 

Die DLRG ist auch auf dem medizinischen Sektor mit den anderen Hilfsorganisationen eng verknüpft und Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe. Darüber hinaus bestehen enge Verbindungen mit anderen Organisationen, mit denen ein enger Austausch auf Expertenebene erfolgt. Darunter zum Beispiel die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).

Dies ist nur ein kleiner Überblick, was die Medizin in der DLRG leistet. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne unter medizin@dlrg.de.

Internationale Leitlinien zur Wiederbelebung in Überarbeitung

Leitlinien für die Wiederbelebung aktualisiert - 2015

Zum sechsten Mal nach 1992, 1998, 2000, 2005, 2010 hat der European Resuscitation Council (ERC) am 15. Oktober 2015 die Leitlinien zur Reanimation für Europa online veröffentlicht. Seit 2000 basieren diese auf dem „International Consensus on Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care Science With Treatment Recommendations” des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR). Das ILCOR überprüft seitdem alle 5 Jahre – unter Beteiligung von Experten aller Kontinente, die Weltliteratur auf Veröffentlichungen, die für den Erfolg einer Wiederbelebung relevant sind und stellt Antworten auf sehr viele entscheidende Fragestellungen zusammen. Die ILCOR Mitglieder, also die Reanimationsgesellschaften der einzelnen Kontinente, geben auf dieser Basis und angepasst an die Gegebenheiten in ihrem jeweiligen Bereich Leitlinien zur Reanimation heraus. Für Europa sind dies die „European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2015“.

Diese Leitlinien stellen die wissenschaftliche Basis und die daraus resultierenden Therapieempfehlungen in zehn Einzelkapiteln dar. Darunter befinden sich auch allgemeingültige Empfehlungen zur (erweiterten) Ersten Hilfe [die in der DLRG mehrheitlich in der SAN Ausbildung gelehrt werden] in einem eigenen Kapitel sowie solche zur Ausbildung und zur Ethik am Lebensende.

Unter  Federführung des GRC (German Resuscitation Council - Deutscher Rat für Wiederbelebung) erfolgt zeitgleich die Veröffentlichung in deutscher Sprache.

Die zentralen Aussagen zur Durchführung einer Reanimation wurden 2015 im Wesentlichen beibehalten. Daher behalten alle unsere Aussagen von 2010 ihre Gültigkeit. So gilt nach wie vor: fest und schnell drücken, ohne Pausen, beatmen wenn möglich auch durch Laien, frühe Defibrillation; Kinder im Zweifelsfall reanimieren wie Erwachsenen. Opfer von Ertrinkungsunfällen primär beatmen! Die einzelnen Maßnahmen: bei der Herzdruckmassage, der Atemspende, der Beseitigung von Fremdkörpern, welche die Atemwege versperren, der Seitenlage und Andere werden weiterhin so durchgeführt, wie es bislang gelehrt wurde. Aber es ändert sich einiges in der Bewertung oder im Detail: So wird großer Wert auf die Aktivität  des Leitstellendisponenten bei der Diagnose und Anleitung zur Ersthelferreanimation gelegt – die „Telefonreanimation“. Dies erfordert umgehend den Notruf abzusetzen und den Anweisungen des Disponenten zu folgen. Der GRC ist davon überzeugt, dass der entscheidende Weg zu größerem Erfolg einer Wiederbelebung und zu mehr Überleben nicht primär über Medikamente und weitere Geräte, sondern über mehr ausgebildete Ersthelfer, intelligente Alarmierungssysteme für Ersthelfer und eine deutliche Zunahme der Laienreanimation führt. Wichtig ist es Kinder und Jugendliche dafür zu gewinnen. Dies steht nun erstmals auch so in den Leitlinien. Für Deutschland ist die entsprechende Empfehlung der Kultusministerkonferenz von 2014 zur Unterrichtung durch speziell ausgebildete Lehrkräfte an den Schulen hier ein wichtiger Schritt.

Laut BAGEH Konsens finden in Deutschland die Empfehlungen des ERC und nicht eventuell in Nuancen abweichende Statements der AHA (American Heart Association) Anwendung. Die Leitung Medizin ist (durch die Mitgliedschaft im Exekutivkomitee des GRC) ganz nahe am Geschehen und die Ausbildungsunterlagen werden zeitnah aktualisiert werden. Aber bis zur Überarbeitung der AVen, speziell 1, 2 & 7 (AV 3 & 4 folgen in einem zweiten Schritt), bleiben die bisherigen offiziellen Lehraussagen unverändert gültig!

Zum gesamten Statement zu den Leitlinien von 2010

Dr. med. Ulrich Jost
Stv. Bundesarzt

Facharzt f. Anästhesiologie Intensivmedizin
Ltd. Notarzt
Sportmedizin
Tauchmedizin (GTÜM)
Medizinischer Lektor DLRG